Beim Ingwer streiten sich die Gemüter: Ist er eine Wurzel, eine Knolle, ein Gemüse, ein Gewürz oder ein Superfood? Im Grunde genommen ist er von allem etwas und er ist DIE HEILPFLANZE 2018. Dies hat der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim beschlossen, der alljährlich eine besondere Heilpflanze kürt. Sie kennen Theophrastus Bombastus von Hohenheim nicht? Er ist kein Geringerer als der Alchemist, Arzt und Mystiker Paracelsus, der bereits vor 500 Jahren viele Anwendungen in der Naturheilkunde praktizierte.

Scharf, belebend und gesund

Mit seinem botanischen Namen „Zingiber officinale“ klingt der Ingwer bereits wie ein Superstar der Pflanzenwelt, auch wenn er vielleicht nicht so ausschaut. Doch wie beim Menschen kommt es ja bekanntlicherweise auch auf die inneren Werte drauf an. Und die sind scharf, belebend und super gesund! Als Heilmittel ist die, ursprünglich aus Asien stammende, Ingwerknolle bereits seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der chinesischen Medizin. In den letzten Jahren erfreut sich der Ingwer auch einer immer größerer werdenden Beliebtheit in Deutschland. Dabei machen ihn sein einzigartig scharfes Aroma und der süßlich-würzige zitronenartige Beigeschmack beim Kochen besonders attraktiv. Speisen und Getränke mit Ingwer bekommen durch ihn einen charakteristischen Geschmack. Das Gingerol, ein ätherisches Öl, ist für diese besondere Schärfe verantwortlich. Dieser bioaktive Pflanzenstoff der frischen Knolle ist für die meisten heilenden Wirkungsweisen des Ingwers verantwortlich. Zudem besitzt die tolle Knolle ein hohes antioxidatives Potenzial, das sie für den Schutz der Zellen überaus attraktiv macht.

Superfood in allen Lebenslagen

Die frische Superknolle kann nachweislich entzündungshemmend, krampflösend und schmerzstillend wirken. Gute Erfahrungswerte gibt es mit Ingwer bei der Linderung von:

  • Übelkeit, Reiseübelkeit mit Brechreiz und Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Erkältungen, Husten und Bronchitis
  • Atembeschwerden und Asthma
  • Zahnschmerzen
  • Verdauungsproblemen
  • Schmerzen und Entzündungen
  • Gelenkschmerzen, Rheuma und Muskelkater

An einer Vielzahl von anderen heilenden Wirkungsweisen wird aktuell geforscht.

Achtung: beim Verzehr von rohen Ingwerstückchen auf die eigene Schärfeempfindlichkeit achten. In Speisen gekochter oder gebratener Ingwer büßt in seiner Schärfe ein.

Ingwertee, der perfekte Begleiter bei frostigen Temperaturen

Die Wirkungsweisen der Heilpflanze 2018 entfalten sich besonders gut in einem frisch aufgebrühten Tee. Dafür kann die Knolle geschält und in Scheiben oder Stückchen geschnitten werden. Je nach Schärfeempfinden etwa drei bis sechs Scheiben mit heißem Wasser aufgießen.
Mein Tipp für die kühlere Jahreszeit: lassen sie den heißen Tee auf eine angenehme warme Trinktemperatur kurz runterkühlen und geben Sie etwas Honig und frisch gepressten Zitronensaft dazu. Das schmeckt nicht nur köstlich, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte. Wer es ganz schnell mag, kann auch bereits getrocknete Teemischungen mit Ingwer kaufen. Wobei im frisch zubereiteten Tee der Gingerol-Gehalt besonders hoch und wirkungsvoll ist.